Digital Report 2026-2 - Zu extrem rechter Online-Mobilisierung
S2026:E01

Digital Report 2026-2 - Zu extrem rechter Online-Mobilisierung

Episode description

In dieser Folge spricht Una Titz von der Amadeu Antonio Stiftung mit Dr. Johannes Kiess und Gideon Wetzel aus dem EFBI-Forschungsbereich „Monitoring und Dokumentation“. Thema ist die breit gefächerte digitale Raumnahme der extremen Rechten sowie die Online-Strategie des extrem rechten Kleinpartei Der III. Weg. Basis ist der EFBI Digital Report 2026-2, der in Kooperation mit der Amadeu Antonio Stiftung erscheint.

#Monitoring und Dokumentation #Social Media #Mobilisierung der extremen Rechten

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Dr. Johannes Kiess: Demokratie in Sachsen

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Ein Podcast

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Dr. Johannes Kiess: des Else Frenke-Brunsbek-Instituts

0:10

Heute

0:11

Gideon Wetzel: mit UNATIZ

0:15

Una Titz: Hallo und herzlich willkommen zu unserem ersten FBI-Podcast.

0:19

Una Titz: Heute sprechen wir über den neuen Digitalreport des Else Frankel-Prunswick-Instituts, kurz FBI.

0:25

Una Titz: Im Zentrum stehen zwei thematische Cluster.

0:28

Una Titz: Wie nutzen rechtsextreme digitale Plattformen und was lässt sich an einem konkreten

0:34

Una Titz: Akteur wie dem dritten Weg über digitale Mobilisierung, Jugendansprache und rechte Raumnahme

0:40

Una Titz: ler Ich freue mich sehr, dass ich dazu heute mit Dr.

0:43

Una Titz: Johannes Kies und Gideon Wetzel sprechen darf.

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Una Titz: Johannes, du bist stellvertretender Direktor des FBI und leitest dort unter anderem

0:50

Una Titz: den Bereich Monitoring.

0:52

Una Titz: Gideon, du bist Wissenschaftlicher Mitarbeiter am FP im Bereich Online-Monitoring und hast

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Una Titz: dich intensiv mit der digitalen Mobilisierungsstrategie, mit technologischen Infrastrukturen und all things

1:05

Una Titz: Far Right beschäftigt

1:17

Una Titz: Und nun auch kurz zu mir, where I am.

1:24

Una Titz: Before we are the

1:28

Una Titz: quasi on the blog and the neuen Report spread, würde ich kurz

1:32

Una Titz: über das Format selbst sprechen.

1:34

Una Titz: Was ist der Digital Report des FB und warum braucht es ihn?

1:39

Dr. Johannes Kiess: Ja, wir haben2021 vor dem Hintergrund der Mobilisierung, vor allem in Sachsen,

1:45

Dr. Johannes Kiess: zum Thema Corona, Corona-Maßnahmen festgestellt, dass es so einen lokalen oder regionalen

1:51

Dr. Johannes Kiess: Fokus in der Berichterstattung oder vor allem im Wissenschaftlichen Monitoring nicht so

1:57

Dr. Johannes Kiess: richtig gibt.

1:58

Dr. Johannes Kiess: Und die Lage war so dynamisch, dass wir gesagt haben, wir müssen

2:01

Dr. Johannes Kiess: da hingucken.

2:02

Dr. Johannes Kiess: Wir wollen Telegram angucken, das war der Startpunkt als Plattform.

2:06

Dr. Johannes Kiess: Und wir wollen einen Sachsen-Bezug haben und wir wollen das aber auch

2:09

Dr. Johannes Kiess: direkt in einem Format

2:11

Dr. Johannes Kiess: aufschreiben und unter die Leute bringen, veröffentlichen.

2:16

Dr. Johannes Kiess: Und dafür haben wir eben überlegt, machen wir einen Digitalreport, also ein

2:20

Dr. Johannes Kiess: möglichst niedrigschwellig formuliertes Format, nicht gleich Peer-Reviewed Fachzeitschriftsartikel, sondern eher

2:27

Dr. Johannes Kiess: an dieÖffentlichkeit gerichtet, einen Report, der in kurzen Beiträgen schlaglichter auf einzelne

2:33

Dr. Johannes Kiess: Phänomene, auf thematische Schwerpunkte extrem rechter und verschwörungsideologischer Mobilisierung in Sachsen wirft.

2:40

Una Titz: Cool, danke.

2:42

Una Titz: Gideon. Ich wollte dich auch fragen: Johannes hatte eben den Sachsen-Bezug erwähnt.

2:47

Una Titz: Warum ist Sachsen wichtig?

2:49

Una Titz: Vielleicht kannst du mir das auch nochmal beantworten.

2:51

Gideon Wetzel: Ja, wenn ich mich da nochmal zurückerinnere, das war ja auch Ende2021,

2:56

Gideon Wetzel: Hochzeit der Pandemie.

2:59

Gideon Wetzel: Und wir hatten besonders in Sachsen auch viele Montagsproteste, die sich gegen

3:04

Gideon Wetzel: die Pandemiemaßnahmen gerichtet hatten.

3:07

Gideon Wetzel: Und gleichzeitig ist Sachsen ja auch bekannt für eine schon lang zurückreichende

3:12

Gideon Wetzel: rechte Szene, starke Vernetzungen, rechte Akteure und die haben eben in dieser

3:17

Gideon Wetzel: Zeit dann eben diese Proteste auch genutzt, um da eben Anschluss zu

3:21

Gideon Wetzel: finden, die auch für ihre Zwecke zu verwenden.

3:24

Gideon Wetzel: Und dadurch, dass eben sich auch insbesondere durch die Maßnahmen viel auch

3:28

Gideon Wetzel: online abgespielt hat, hat sich insbesondere auch die Plattform Telegram rausgebildet, auf

3:34

Gideon Wetzel: der wir dann tatsächlich auch feststellen konnten, dass es auch so regionale

3:37

Gideon Wetzel: Gruppen gab.

3:38

Gideon Wetzel: Also, wo man ja immer denkt, dass das Internet worldwide ist, konnten

3:42

Gideon Wetzel: wir direkt auch so sächsische Gruppen feststellen.

3:46

Gideon Wetzel: Und darüber eben auch sehen, wie sich eben diese verschiedenen Milieus auch

3:50

Gideon Wetzel: mischen, vernetzen.

3:52

Gideon Wetzel: Ja, man spricht halt unter anderem jetzt auch von so einer Mosaikrechten.

3:56

Gideon Wetzel: Und da ist eben Sachsen ein Hotspot gewesen und auch eben exemplarisch

4:00

Gideon Wetzel: für Dynamiken im gesamten Bundesgebiet.

4:03

Una Titz: Okay, das war jetzt schon ein sehr starker Überblick, und ich würde

4:07

Una Titz: hiermit auch gerne einen Blick auf die aktuelle Publikation werfen.

4:13

Una Titz: Und zwar Johannes, einer eurer Texte, den du zusammen mit Julia Dresselhaus

4:17

Una Titz: geschrieben hast, trägt den Titel Senden auf allen Kanälen.

4:21

Una Titz: Das klingt erstmal nach einer rechten Omnipräsenz im Netz.

4:25

Una Titz: Stimmt das überhaupt?

4:27

Dr. Johannes Kiess: Also man kann schon sagen, dass extrem rechte Akteure, Neonazis, extrem rechte

4:33

Dr. Johannes Kiess: Parteien, Bewegungsakteure, auch Einzelpersonen als Influencer auf allen Plattformen,

4:40

Dr. Johannes Kiess: die einem so einfallen, die man so findet, irgendwo spielen sie immer

4:44

Dr. Johannes Kiess: eine Rolle.

4:44

Dr. Johannes Kiess: Die Frage ist natürlich, wie dominant, wie wichtig sind diese Plattformen eigentlich

4:49

Dr. Johannes Kiess: und wie dominant ist die rechtsextreme Präsenz dort.

4:53

Dr. Johannes Kiess: Und da gibt es große Unterschiede.

4:54

Dr. Johannes Kiess: Ich habe es vorhin eingangs schon erwähnt: die AfD, die auf Facebook

4:58

Dr. Johannes Kiess: schon in ihren ersten Bundestagswahlkämpfen sehr erfolgreich war, da weit vor den

5:03

Dr. Johannes Kiess: anderen Parteien auch mobilisieren konnte.

5:06

Dr. Johannes Kiess: Wir hatten dann ein ähnliches Phänomen nochmal mit der AfD bei TikTok,

5:10

Dr. Johannes Kiess: dass sie da so gehypt wurden und gesagt wurde, ja, die AfD

5:13

Dr. Johannes Kiess: haben verstanden, wie TikTok funktioniert und die anderen Parteien finden gar nicht

5:16

Dr. Johannes Kiess: statt. Und dann muss man immer ein bisschen gucken, ist das wirklich

5:19

Dr. Johannes Kiess: so? Also trägt diese Zuschreibung wirklich?

5:22

Dr. Johannes Kiess: Bei TikTok konnten wir letztes Jahr zeigen, dass das bis zum gewissen

5:25

Dr. Johannes Kiess: Punkt gestimmt hat, aber dann auch andere Parteien eben angefangen haben, sich

5:29

Dr. Johannes Kiess: mehr mit der Plattform zu beschäftigen und dann auch erfolgreicher wurden.

5:33

Dr. Johannes Kiess: Und das ist so ein Muster, dass Extremrechte Akteure, wir sprechen ja

5:38

Dr. Johannes Kiess: nicht

5:40

Dr. Johannes Kiess: von einer Szene oder von einem Akteur, der das alles steuert, auch

5:43

Dr. Johannes Kiess: wenn es mit der AfD eben so eine Rahmenpartei gibt, die doch

5:46

Dr. Johannes Kiess: relativ dominant ist für das Spektrum.

5:47

Dr. Johannes Kiess: Aber es gibt so viele unterschiedliche Akteure, die eben dann auch auf

5:50

Dr. Johannes Kiess: jeder Plattform, die ja wieder unterschiedlich funktionieren, auch so ihre Nische finden.

5:55

Dr. Johannes Kiess: Also auf Instagram ist es dann eben doch schon sehr stark so

5:58

Dr. Johannes Kiess: eine Inszenierung von extrem rechtem Lifestyle oder

6:03

Dr. Johannes Kiess: nostalgischen Anspielungen, was mit Parteiwerbung gar nicht so viel zu tun hat

6:08

Dr. Johannes Kiess: und was da gar nicht so sehr stattfindet, werden das auf Facebook

6:11

Dr. Johannes Kiess: zum Beispiel, wo dann viele Nachrichten geteilt werden, oder auch auf X

6:15

Dr. Johannes Kiess: ehemals Twitter.

6:16

Dr. Johannes Kiess: Da ist eine ganz andere Dynamik und da spielen so parteiförmige Akteure

6:20

Dr. Johannes Kiess: dann eben auch eine größere Rolle.

6:21

Dr. Johannes Kiess: Also es kommt ein bisschen darauf an, welche Akteure guckt man sich

6:24

Dr. Johannes Kiess: eigentlich an und welche Plattformen, guckt man sich an.

6:27

Dr. Johannes Kiess: Und dann ist für uns eben interessant, einerseits, was sind die Strategien,

6:32

Dr. Johannes Kiess: die technologischen Kniffe, kann man vielleicht auch sagen, der extrem Rechten.

6:37

Dr. Johannes Kiess: Einerseits, und was machen eigentlich die Plattformen, welche Logiken, welche Tools bieten

6:41

Dr. Johannes Kiess: sie auch?

6:42

Dr. Johannes Kiess: Und ein Stück weit natürlich versuchen wir auch zu verstehen, wie die

6:45

Dr. Johannes Kiess: Algorithmen funktionieren.

6:47

Dr. Johannes Kiess: Also welche Dinge funktionieren denn eigentlich ganz gut?

6:50

Dr. Johannes Kiess: Bei Telegram war es nie der Algorithmus, der entscheidend ist.

6:54

Dr. Johannes Kiess: Das ist dort gar nicht im Zentrum, sondern da war es wirklich

6:57

Dr. Johannes Kiess: diese Möglichkeit, lokale Gruppen zu gründen.

7:00

Dr. Johannes Kiess: Deswegen war das da in Sachsen, also für Sachsen auch so relevant,

7:04

Dr. Johannes Kiess: weil wir dann wirklich auch gucken konnten, wie eigentlich about the pandemic

7:08

Dr. Johannes Kiess: and other things in clean groups discutiert and welche extrem rechten Narrative,

7:15

Dr. Johannes Kiess: Nachrichten, Fake News, what are in these groups geteilt.

7:18

Dr. Johannes Kiess: Und wenn man das mal kontrastiert mit TikTok, was eine Plattform, die

7:23

Dr. Johannes Kiess: total algorithmusgetrieben ist, dann sieht man, wie groß die Spannbreite eigentlich ist.

7:27

Dr. Johannes Kiess: Weil auf TikTok kann ich sehr gut mit Emotionen Werbung schalten, wenn

7:32

Dr. Johannes Kiess: man so will, also

7:34

Dr. Johannes Kiess: Partei oder sonstige ideologische Narrative setzen und der Algorithmus sorgt dann eigentlich

7:40

Dr. Johannes Kiess: für die Verbreitung.

7:42

Una Titz: Okay, du hast jetzt schon quasi ein bisschen

7:46

Una Titz: die einzelnen Plattformen erwähnt und auch die Akteursstrategien, aber blicken wir mal

7:53

Una Titz: auf Komparatistik.

7:54

Una Titz: Beziehungsweise, was sieht man, wenn man diese Plattform

7:59

Una Titz: und das, was auf ihnen passiert, vergleichend betrachtet?

8:04

Dr. Johannes Kiess: Also, ein bisschen habe ich es ja angedeutet, dass die Plattformen eigentlich

8:09

Dr. Johannes Kiess: alle eine eigene Logik haben oder nicht alle haben eine eigene Logik,

8:12

Dr. Johannes Kiess: aber es gibt sehr unterschiedliche Plattformen.

8:14

Dr. Johannes Kiess: Wir haben zum Beispiel mit Roblox, einer Plattform, die eigentlich für Jugendliche

8:18

Dr. Johannes Kiess: und Minderjährige gedacht ist, wo sie Spiele spielen können, Online-Spiele spielen können,

8:23

Dr. Johannes Kiess: eine Plattform, ein Feld, wo extrem rechte Akteure rekrutieren können, wo sie

8:29

Dr. Johannes Kiess: sozusagen im vorpolitischen Raum mit Symboliken arbeiten können und junge Menschen vielleicht

8:34

Dr. Johannes Kiess: noch nicht radikalisieren, aber zumindest heranziehen können an ihre ideologischen Positionen.

8:39

Dr. Johannes Kiess: Wenn dann eine zweite Plattform wie Discord, wo worüber gechattet wird, worüber

8:44

Dr. Johannes Kiess: Absprachen während Spiele im Gange sind, häufig stattfinden, wenn ich es schaffe,

8:49

Dr. Johannes Kiess: Jugendliche, junge Menschen in diese über Discord dann zu rekrutieren oder in

8:54

Dr. Johannes Kiess: so eine gewisse Szene hineinzuziehen, dann kann ich sie dort eben ideologisieren,

8:58

Dr. Johannes Kiess: dann kann ich sie dort, wenn man so möchte, weiterbilden, in Anführungsstrichen.

9:02

Dr. Johannes Kiess: Und dann haben wir es in diesem Kosmos von Plattformen eben sehr

9:06

Dr. Johannes Kiess: stark mit dem Thema Radikalisierung zu tun.

9:09

Dr. Johannes Kiess: Wenn man das vergleicht mit Plattformen wie TikTok, Facebook, auch YouTube, dann

9:14

Dr. Johannes Kiess: geht es dort vielmehr um Massenwirksamkeit, also um Mobilisierung von Emotionen, von

9:20

Dr. Johannes Kiess: Narrativen, von Einstellungen, die eh da sind in der Bevölkerung.

9:23

Dr. Johannes Kiess: Also es ist nicht so, dass die AfD oder die NPD oder

9:26

Dr. Johannes Kiess: wer auch immer Rassismus erfunden hätte oder Antisemitismus erfunden hätte, der ist

9:30

Dr. Johannes Kiess: ja da.

9:30

Dr. Johannes Kiess: Und es geht auf diesen Plattformen dann darum, mit der Setz von

9:34

Dr. Johannes Kiess: Narrativen, mit Aufregern diese Gefühle, diese ideologischen Fragmente, die da sind, zu

9:40

Dr. Johannes Kiess: mobilisieren. Also hier viel stärker eine Mobilisierungslogik als eben eine Radikalisierungslogik.

9:46

Dr. Johannes Kiess: Auf den meisten Plattformen greift es auch ineinander.

9:49

Dr. Johannes Kiess: Ich kann auf YouTube eben immer weiter in solche Scheinwelten

9:53

Dr. Johannes Kiess: noch die krassere Story und so weiter hineinbegeben und dann führt es

9:57

Dr. Johannes Kiess: auch zu einer weiteren Radikalisierung.

9:59

Dr. Johannes Kiess: Und genauso kann ich auf Discord auch eine Mobilisierung anstiften.

10:02

Dr. Johannes Kiess: Aber so von der Idee her kann man die Plattformen schon aufteilen

10:07

Dr. Johannes Kiess: und auch die Bewegungsakteure, also die extrem rechten Akteure, was sie eigentlich

10:11

Dr. Johannes Kiess: für Ziele verfolgen und was auf diesen Plattformen möglich ist.

10:14

Una Titz: Okay, vielen Dank.

10:16

Una Titz: Ich versuche jetzt gerade mal ein Bild aufzustellen und du erzählst mir,

10:21

Una Titz: ob das Quatsch ist oder nicht.

10:23

Una Titz: Also so wie ich dich gehört habe, könnte man fast von einem

10:29

Una Titz: Funnel rechtsextremer Strategien im Online-Bereich sprechen.

10:32

Una Titz: Also es gibt Plattformen, die zum Beispiel für Reichweite gut

10:37

Una Titz: funktionieren, die dann quasi oben im Trichter sind, die sensibilisieren sollen, mit

10:42

Una Titz: dem Ziel, dass man nach unten gefunnelt oder getrichtert wird bis zur

10:46

Una Titz: Rekrutierung beispielsweise auf Discord.

10:49

Una Titz: Ich nenne dieses Visualisierungsbeispiel, weil einige Hörerinnen sich doch irgendwie mit Bildern

10:54

Una Titz: leichter tun.

10:55

Una Titz: Und würde das etwas sein, das du selbst unterstreichst, oder wo du

10:59

Una Titz: denkst, da gibt es Anknüpfungspunkte?

11:01

Dr. Johannes Kiess: Genau, das ist ein Mechanismus, den man sehen kann, dass es diesen

11:05

Dr. Johannes Kiess: Trichter gibt, in denen versucht wird, Menschen hineinzuziehen, beziehungsweise ihnen sozusagen,

11:12

Dr. Johannes Kiess: also die Menschen, man muss auch immer sehen, dass Radikalisierung dort besonders

11:16

Dr. Johannes Kiess: gut funktioniert, wo Menschen das auch wollen.

11:17

Dr. Johannes Kiess: Also ein Bedürfnis nach noch radikaleren, noch krasseren Geschichten haben.

11:21

Dr. Johannes Kiess: Und das funktioniert dann wie so ein Trichter.

11:24

Dr. Johannes Kiess: Ich würde nur noch mal eine andere Vergleichsebene aufmachen und das kann

11:28

Dr. Johannes Kiess: man auch bildlich vorstellen.

11:29

Dr. Johannes Kiess: Es gibt immer auch ein Innen und Außen.

11:31

Dr. Johannes Kiess: Also extrem rechte Akteure wollen nicht nur nach außen Reichweite generieren, mobilisieren,

11:36

Dr. Johannes Kiess: Masse erzeugen, sondern sie wollen auch nach innen Kohäsion verstärken, also die

11:41

Dr. Johannes Kiess: eigenen Leute organisieren, stärker an eine bestimmte Ausrichtung binden, also ideologisch festigen.

11:49

Dr. Johannes Kiess: Also dieses Innen- und Außen spielt auf den unterschiedlichen Plattformen dann in

11:53

Dr. Johannes Kiess: unterschiedlichem Maße, aber das spielt auch eine große Rolle.

11:57

Una Titz: Jetzt werde ich dich ein bisschen herausfordern mit einem Begriff, der mir

12:01

Una Titz: tatsächlich sehr oft vor die Linse kommt, beziehungsweise zu dem ich auch

12:04

Una Titz: immer wieder um Einschätzung gebeten werde.

12:07

Una Titz: Und zwar der vermeintliche, der üble Empfehlungsalgorithmus.

12:13

Una Titz: Was verändert sich, wenn eben Plattformen nicht mehr primär über klassische Algorithmen

12:18

Una Titz: oder Followerinnen-Netzwerke funktionieren, wie beispielsweise Telegram, sondern über einen Empfehlungsalgorithmus und warum

12:25

Una Titz: sind dann Kurzvideos, was du auch eingangs erwähnt hattest, so attraktiv?

12:30

Dr. Johannes Kiess: Also, diese Empfehlungsalgorithmen sind deswegen so effektiv und so, ja, wir werden

12:37

Dr. Johannes Kiess: darauf darauf angesprochen, oder das ist so ein großes Thema, weil sie

12:42

Dr. Johannes Kiess: uns eigentlich besser verstehen, als wir uns selber verstehen.

12:45

Dr. Johannes Kiess: Der Algorithmus merkt innerhalb von Sekundenbruchteilen, was meine Aufmerksamkeit bindet.

12:50

Dr. Johannes Kiess: Meistens eigentlich viel schneller als ich selber.

12:53

Dr. Johannes Kiess: Und das machen sich verschiedene Akteure, Leute, die Werbung machen, InfluencerInnen und

12:59

Dr. Johannes Kiess: eben auch extrem rechte AkteurInnen, machen sich das zunutze, weil sie eben

13:03

Dr. Johannes Kiess: vor allem auf dieser emotionalen, affektuellen Ebene arbeiten und dann einfach ausprobieren

13:08

Dr. Johannes Kiess: tatsächlich. Also es ist nicht so, dass die den Algorithmus kennen würden

13:11

Dr. Johannes Kiess: oder verstehen würden, aber sie haben verstanden, durch Trial and Error, also

13:16

Dr. Johannes Kiess: wirklich durch Ausprobieren verstanden, welche Nachrichten, welche Art von Farbgebung auch, welche

13:23

Dr. Johannes Kiess: Töne, welche Musik auch Leute anspricht und welche Videos erfolgreich sind.

13:28

Dr. Johannes Kiess: Und dann mache ich eben immer mehr von den Videos, die erfolgreich

13:30

Dr. Johannes Kiess: sind. Und das ist eigentlich alles, was dieser Algorithmus tut.

13:34

Dr. Johannes Kiess: Und das macht ihn aber so wirkmächtig, weil er eben auf der

13:37

Dr. Johannes Kiess: vorbewussten Ebene ansetzt und ich mich da als Konsument oder als Konsumentin

13:43

Dr. Johannes Kiess: eigentlich kaum dagegen wehren

13:45

kann.

13:46

Una Titz: Gideon, als absoluter Experte für Online-Monitoring, würde ich auch nochmal deine Perspektive

13:52

Una Titz: darauf hören.

13:54

Gideon Wetzel: Also ich würde auch noch ergänzen, das ist ja so ein Algorithmus,

13:58

Gideon Wetzel: der so auf dem Freundschaftsnetzwerk basiert, dann hat man ja auch noch

14:01

Gideon Wetzel: so eine gewisse soziale Kontrolle über sein Freundesnetzwerk.

14:04

Gideon Wetzel: Und das wird ja komplett umgangen mit diesem Empfehlungsalgorithmus.

14:08

Gideon Wetzel: Der durchbricht ja diese Barriere und dadurch haben es natürlich vor allen

14:12

Gideon Wetzel: Dingen auch extrem rechte oder radikale Akteure leicht, noch mehr Leute zu

14:17

Gideon Wetzel: erreichen. Das war so dem Teil dann auch dadurch, dass sie eben

14:21

Gideon Wetzel: globale Trends nutzen, da irgendwie aufspringen, das imitieren, um dann quasi in

14:27

Gideon Wetzel: diesen Trendstream so reinzurutschen und dann eben auch Leute zu erreichen, die

14:32

Gideon Wetzel: sonst nie sich wahrscheinlich damit beschäftigt hätten.

14:35

Gideon Wetzel: Genau, es sind nicht mehr so natürliche Empfehlungen über Freunde und man

14:40

Gideon Wetzel: muss da erst jemanden kennen, um reinzukommen, sondern das wird quasi übersprungen

14:44

Gideon Wetzel: und man hat direkten Kontakt mit diesen Akteuren.

14:49

Una Titz: Frage an euch beide, wenn ihr TikTok, Instagram, YouTube, Telegram, Discord, Roblox

14:55

Una Titz: und so weiter nebeneinander legt, wo entstehen aus eurer Sicht die gefährlichsten

15:00

Una Titz: Übergänge zwischen zum einen digitaler Kultur und realer Mobilisierung und auch Szenezugehörigkeit.

15:07

Una Titz: Das ist eine Kompositfrage, aber ich stelle Sie bewusst komplex.

15:12

Gideon Wetzel: Ich denke mal, der Übergang ist auch immer quasi in so private

15:18

Gideon Wetzel: Chats hinein.

15:19

Gideon Wetzel: Und das haben ja eigentlich die meisten Plattformen, diese Funktion.

15:23

Gideon Wetzel: Die haben natürlich oft so eine außenwirkende Funktion, gerade so TikTok, Instagram.

15:28

Gideon Wetzel: Aber sobald es eben in so

15:31

Gideon Wetzel: quasi abgeschlossene Räume übergeht, da sind dann die Möglichkeiten, quasi so isolierte

15:37

Gideon Wetzel: Kommunikation zu betreiben.

15:39

Gideon Wetzel: Es gibt jetzt natürlich diese Messenger-basierten Netzwerke wie Telegram, WhatsApp und so,

15:43

Gideon Wetzel: wo das quasi schon die Hauptaufgabe ist, also private Chats.

15:48

Gideon Wetzel: Da muss man aber immer erst reinkommen und die großen Plattformen bieten

15:52

Gideon Wetzel: natürlich die Möglichkeiten, eben diese Angeln auszuwerfen und

15:55

Gideon Wetzel: da Leute zu erreichen und dann eben auf diese internen Plattformen,

16:03

Gideon Wetzel: internen Chats und so weiter zu verweisen, zu verleiten.

16:07

Gideon Wetzel: Also da sind die Übergänge.

16:09

Gideon Wetzel: Also das kann über eine private Message sein, über eine Kommentarfunktion und

16:13

Gideon Wetzel: dann auch über eine, hey, komm doch in unsere Telegram-Gruppe.

16:17

Gideon Wetzel: Also dann quasi der Sprung in die weniger regulierten, weniger überwachten, auch

16:22

Gideon Wetzel: privateren, internen Gruppen.

16:25

Gideon Wetzel: Da sehe ich auf jeden Fall auch ein Potenzial.

16:29

Dr. Johannes Kiess: Also eine meiner Thesen bei diesem ganzen Digitalmonitoring, das wir jetzt seit

16:33

Dr. Johannes Kiess: fünf Jahren machen, ist, dass man eigentlich nicht mehr von einer Trennung

16:37

Dr. Johannes Kiess: zwischen dem Analogen und dem Digitalen ausgehen kann.

16:40

Dr. Johannes Kiess: Und dass bei Telegram eben über diese Gruppen, bei TikTok, über die

16:44

Dr. Johannes Kiess: Videos, die dann alle kennen, weil sie viral gegangen sind, die Jugendlichen

16:47

Dr. Johannes Kiess: zeigen sich das untereinander auf dem Schulhof und so weiter.

16:50

Dr. Johannes Kiess: Das ist ja überhaupt nicht mehr getrennt.

16:52

Dr. Johannes Kiess: Also, so wie das vielleicht bei Facebook noch war, Anfang der2010er Jahre,

16:57

Dr. Johannes Kiess: dass man Facebook halt angemacht hat und dann hat man da was

17:00

Dr. Johannes Kiess: gesehen und dann hat man das, aber das gibt es natürlich auch,

17:03

Dr. Johannes Kiess: aber das war immer noch ein Stück weit getrennt - eigentlich von

17:06

Dr. Johannes Kiess: der analogen Welt da draußen.

17:07

Dr. Johannes Kiess: Man hat dann darüber geredet, im privaten Umfeld, offline sozusagen.

17:11

Dr. Johannes Kiess: Und inzwischen gibt es da eigentlich kaum noch eine Trennung.

17:14

Dr. Johannes Kiess: Und das liegt an vielen Dingen.

17:18

Dr. Johannes Kiess: Diese sozialen Medien machen ein Stück weit ja auch süchtig, kann man

17:21

Dr. Johannes Kiess: sagen. Sie durchdringen unserem Leben, weil wir kaum mehr davon ablassen können.

17:27

Dr. Johannes Kiess: Aber es gibt eben auch so viele Plattformen, die die Menschen in

17:31

Dr. Johannes Kiess: ganz unterschiedlichen Gruppen, in ganz unterschiedlichen Milieus abholen.

17:35

Dr. Johannes Kiess: Und da gibt es dann eigentlich ganz viele Schnittstellen.

17:37

Dr. Johannes Kiess: Also es ist eben zum Beispiel das Freizeitverhalten auf Spieleplattformen.

17:42

Dr. Johannes Kiess: Früher hat man auch schon LAN-Partys und Online-Spiele gemacht, aber das war

17:46

Dr. Johannes Kiess: nicht eine Plattform, die dann auch noch die Möglichkeit zu Austausch, zum

17:50

Dr. Johannes Kiess: Kreieren von Avatars und eigenen Identitäten.

17:54

Dr. Johannes Kiess: Diese Möglichkeiten gab es so nicht, zumindest nicht in dieser Umfasstheit.

17:58

Dr. Johannes Kiess: Das ist nur ein Bereich.

17:59

Dr. Johannes Kiess: Ich habe diesen ganzen Lifestyle-Bereich, wo ich mich über Freizeit, Urlaub und

18:04

Dr. Johannes Kiess: so weiter essen gehen, austausche auf Instagram oder auch auf TikTok.

18:08

Dr. Johannes Kiess: Also da gibt es so viele Bereiche des täglichen Lebens, die mit

18:12

Dr. Johannes Kiess: ihren eigenen Plattformen quasi versorgt werden oder und ich würde eben sagen,

18:16

Dr. Johannes Kiess: durchdrungen werden, sodass da ganz vielfältige Überschneidungs- oder Übergangsmöglichkeiten zwischen dem digitalen

18:22

Dr. Johannes Kiess: und dann eben auch der digitalen Mobilisierungsstrategien extrem rechter Akteure und dem

18:27

Dr. Johannes Kiess: analogen, dem echten Leben, wie man vielleicht früher noch gesagt hätte, gibt.

18:32

Dr. Johannes Kiess: Und deswegen würde ich sagen, es gibt eben gar nicht mehr diese

18:35

Dr. Johannes Kiess: Trennung zwischen dem echten Leben da draußen und den digitalen Medien.

18:39

Dr. Johannes Kiess: Das greift heutzutage ineinander.

18:42

Ja,

18:42

Gideon Wetzel: Markus Bösch spricht ja auch vom postdigitalen Zeitalter.

18:46

Gideon Wetzel: Also, ich habe auch kurz überlegt, was meint er damit, aber er

18:49

Gideon Wetzel: meinte im Prinzip ja, dass man eben nicht mehr diese Trennung hat

18:52

Gideon Wetzel: in digital und analog, sondern dass eben dass man es zusammen denken

18:56

Gideon Wetzel: muss, dass quasi das digitale, das reale Leben mit bestimmt und andersrum.

19:01

Gideon Wetzel: Wie du auch schon meintest, man kommt nicht dran vorbei.

19:03

Gideon Wetzel: Also Verwaltung oder Nachbarschaftseltern, Gruppen, alles ist digital und es ist

19:10

Gideon Wetzel: sehr schwer, sich diesem Digitalen zu entziehen.

19:14

Gideon Wetzel: Und es bestimmt sich gegenseitig.

19:16

Una Titz: Okay, letzte Frage an euch aus diesem Blog und die kann ich

19:21

Una Titz: mir nicht verkneifen.

19:23

Una Titz: Lieblingshassplattform von mir.

19:26

Una Titz: Ex. Mögt ihr noch ein paar Worte dazu verlieren von Elon Musks

19:30

Una Titz: Trümmerhaufen?

19:32

Dr. Johannes Kiess: Ja, Trümmerhaufen passt insofern, als

19:36

Dr. Johannes Kiess: X ja seine, zumindest in Europa, seine Vormachtstellung in derÖffentlichkeit, in der

19:43

Dr. Johannes Kiess: politischenÖffentlichkeit ja auch eingebüßt hat, was aber tatsächlich zweischneidig ist.

19:49

Dr. Johannes Kiess: Also auf der einen Seite ist es gut, dass es darauf eine

19:51

Dr. Johannes Kiess: Reaktion gab, dass da sozusagen völlig alle Schranken gefallen sind.

19:54

Dr. Johannes Kiess: Und ich würde sagen, auch bewusst von Elon Musk, dass die Plattform

19:58

Dr. Johannes Kiess: auch als Waffe eingesetzt wird zur Desinformation und zur Mobilisierung.

20:03

Dr. Johannes Kiess: Aber gleichzeitig hatten wir uns ja eigentlich daran gewöhnt, dass wir die

20:07

Dr. Johannes Kiess: politischeÖffentlichkeit, die über verschiedene Zeitungen, Fernsehkanäle hergestellt wird,

20:14

Dr. Johannes Kiess: in der digitalen Welt ja auch ihre Entsprechung braucht.

20:17

Dr. Johannes Kiess: Und X hat oder Twitter damals hat eben ein Stück weit diese

20:21

Dr. Johannes Kiess: Funktion erfüllt, einen gemeinsamen Austauschraum für politische Ideen darzustellen.

20:26

Dr. Johannes Kiess: Und der ist durch Mask zerstört worden oder in eine bestimmte Richtung

20:30

Dr. Johannes Kiess: gedreht worden und entfällt damit auch in seiner positiven Funktion für die

20:35

Dr. Johannes Kiess: politischeÖffentlichkeit. Also, ich bin da tatsächlich sehr ambivalent, was das angeht, wie

20:40

Dr. Johannes Kiess: man diesen Wandel, also wie man den Wandel betrachten muss oder bewerten

20:44

Dr. Johannes Kiess: sollte, bin ich nicht ambivalent, aber was die Rolle von X als

20:48

Dr. Johannes Kiess: Plattform, also Möglichkeit auch bedeutet hat, als es noch Twitter hieß, da

20:51

Dr. Johannes Kiess: bin ich durchaus ambivalent, weil es durchaus auch eine Funktion hatte.

20:55

Dr. Johannes Kiess: Ich

20:55

Gideon Wetzel: finde halt, das zeigt irgendwie auch, was passiert, wenn man halt ein

20:59

Gideon Wetzel: Teil derÖffentlichkeit in private Hände gibt.

21:01

Gideon Wetzel: Es ist eigentlich nur ein zuspitzendes Beispiel davon.

21:04

Gideon Wetzel: Das kann mit jeder Plattform passieren und bei X war es halt

21:08

Gideon Wetzel: sehr krass auf jeden Fall, aber ich würde sagen, es ist ein

21:11

Gideon Wetzel: Beispiel, was da passieren kann.

21:13

Gideon Wetzel: Und plädiere eigentlich auch dafür, dass eben weil es eben ein öffentlicher

21:16

Gideon Wetzel: Raum ist, dass es eben auch in öffentlicher Hand sein sollte.

21:20

Una Titz: Ich würde den Blick tatsächlich wenden auf einen sehr konkreten Fall, nämlich

21:27

Una Titz: einen Beitrag von dir, Gideon.

21:29

Una Titz: Du hast dir für den Digital Report

21:32

die

21:33

Una Titz: Mobilisierungsstrategie des dritten Weg angeschaut.

21:36

Una Titz: Der dritte Weg ist mit rund950 Mitgliedern formal eine Kleinpartei, gilt aber

21:43

Una Titz: als gut organisierter, klar gewaltorientierter und besonders charaförmiger rechtsextremer

21:50

Una Titz: Akteur.

21:52

Und

21:53

Una Titz: warum lohnt es sich überhaupt, über diesen Akteur zu sprechen oder ihn

21:58

Una Titz: zu betrachten?

22:00

Gideon Wetzel: Ja, genau, also es ist eine sehr kleine Partei, aber ich denke,

22:05

Gideon Wetzel: also das wird vielleicht gleich im Gespräch noch deutlich.

22:07

Gideon Wetzel: Sie haben sehr einen starken Einfluss auf die öffentliche Wirkung der extremen

22:14

Gideon Wetzel: Rechten, auch auf den Diskurs der Rechten.

22:17

Gideon Wetzel: Und sie haben vor allen Dingen ein in sich geschlossenes System, was

22:21

Gideon Wetzel: denke ich, auch für manche in der Rechten attraktiv erscheinen mag.

22:26

Gideon Wetzel: Und adressieren damit insbesondere eben auch Jugendliche, also die halt, denke ich,

22:30

Gideon Wetzel: in ihren Augen auch noch als formbar wahrgenommen werden.

22:34

Gideon Wetzel: Und ja, sie sehen sich eben selbst als eine Elite an und

22:36

Gideon Wetzel: wollen dann quasi Charter schulen.

22:39

Gideon Wetzel: Und das stärkt zum einen, denke ich, die eigene Bewegung, aber auch

22:44

Gideon Wetzel: kann natürlich dafür sorgen, dass diese Kater wiederum neue Gruppierungen aufbauen.

22:49

Gideon Wetzel: Und insbesondere, wenn man sich dann noch diesen Aspekt der Gewaltbereitschaft anschaut,

22:54

Gideon Wetzel: denke ich, dass das eben auch dann

22:58

Gideon Wetzel: einfach eine Gefahr auf der Straße für marginalisierte Gruppen darstellt, was man

23:04

Gideon Wetzel: ja auch schon an Übergriffen sieht.

23:06

Gideon Wetzel: Genau, und ich denke, dass sie da eben auch eine Vorbildfunktion haben.

23:09

Gideon Wetzel: Selbst wenn extrem rechte Jugendliche nicht Mitglied sind, schauen sie eben zu

23:14

Gideon Wetzel: dieser Bewegung zum Teil auf, was ich feststellen konnte.

23:18

Una Titz: Okay, du hast editäres Verständnis gesagt und da nochmal nachgehorcht, was bedeutet

23:24

Una Titz: das überhaupt, wenn der dritte Weg sich als Avantgarde oder als die

23:29

Una Titz: Philosophenkönige der Rechtsextremen verstehen?

23:32

Wir

23:33

Gideon Wetzel: haben ja selbst mit dem Spruch, wir nehmen nicht jeden, aber vielleicht

23:36

Gideon Wetzel: genau dich.

23:37

Gideon Wetzel: Es hat natürlich irgendwie so einen Reiz, denke ich, für junge Menschen

23:41

Gideon Wetzel: dann so als was Besonderes angesehen zu werden.

23:45

Gideon Wetzel: Und fördert, glaube ich, auch eine starke Bindung dann an diese Bewegung.

23:48

Gideon Wetzel: Und wir sehen ja eben auch, dass die sehr allumfassend große Teile

23:51

Gideon Wetzel: des Lebens Einfluss drauf hat.

23:54

Gideon Wetzel: Also Gemeinschaftsbildung, gemeinsamer Sport, gemeinsames Wandern, politischer Aktivismus ist immer stark damit

24:00

Gideon Wetzel: verwoben und eben auch, das wird dann wiederum auch online reproduziert.

24:06

Una Titz: Ich merke, wir sind jetzt schon sehr tief gesprungen und vielleicht einen

24:10

Una Titz: Schritt zurück.

24:11

Una Titz: Wie ist der dritte Weg überhaupt historisch entstanden

24:14

und

24:15

Una Titz: welche Rolle spielt denn dabei dieser ganzen anderen Strukturen rund um NPD,

24:19

Una Titz: Freie Kameradschaften und

24:22

Gideon Wetzel: das Freie Netz Süd?

24:24

Gideon Wetzel: Genau, das Freie Netz Süd, du sagst es schon, das war so

24:28

Gideon Wetzel: ein Dachverein von den Freien Kameradschaften, was ja eben auch im Versuch

24:33

Gideon Wetzel: war, außerparlamentarisch solche radikalen Strukturen in der extrem Rechten aufzubauen.

24:40

Gideon Wetzel: Und dieses Freie Netz Süd, was insbesondere in Süddeutschland, Bayern aktiv war,

24:45

Gideon Wetzel: wurde eben2014 verboten,2013,2014.

24:50

Gideon Wetzel: Und genau in der Zeit ist eben auch der dritte Weg entstanden.

24:54

Gideon Wetzel: Eben auch aus ehemaligen Mitgliedern des Freien Netz Süd und auch ehemaligen

25:00

Gideon Wetzel: Mitglieder der MPD.

25:02

Gideon Wetzel: Also der Vorsitzende zuerst war Klaus Armstorff, der vorher Landesvorsitzender

25:09

Gideon Wetzel: der MPD in Rheinland-Pfalz war.

25:11

Gideon Wetzel: Und dann wurde der später abgelöst durch Matthias Fischer, der war zum

25:16

Gideon Wetzel: Beispiel auch Vorsitzender der Jugendorganisation der MPD in Bayern, also der JN,

25:23

Gideon Wetzel: und ist amtierender Vorsitzender vom dritten Weg und stellvertretende ist immer noch

25:29

Gideon Wetzel: Klaus Armstorf dabei.

25:31

Gideon Wetzel: Genau, man könnte das eben auch als Versuch werden, dass eben diese

25:35

Gideon Wetzel: bestehenden Strukturen des Freien Netzüds eben auch in einer Parteiform übergebracht werden

25:40

Gideon Wetzel: sollte, um eben auch diesen Parteischutz zu haben.

25:44

Gideon Wetzel: Und dadurch, dass sie eben in Bayern ursprünglich ansässig waren, hat sich

25:49

Gideon Wetzel: auch der dritte Weg zunächst in Süddeutschland ausgebreitet.

25:54

Gideon Wetzel: Und mittlerweile haben sie aber auch einen starken Standort im Osten der

25:58

Gideon Wetzel: Republik und unter anderem aber auch in Baden-Württemberg, Südhäussen oder

26:05

Gideon Wetzel: Westerwald-Sauerland-Tiecke.

26:08

Una Titz: Okay, jetzt haben wir schon nur über ein paar

26:12

Una Titz: Stützpunkte gesprochen und Lokalisierungen in Deutschland, aber warum sind sie jetzt für

26:16

Una Titz: Sachsen wichtig?

26:18

Gideon Wetzel: Also, also genau der dritte Weg gliedert sich eben in diese Stützpunkte.

26:22

Gideon Wetzel: Darüber baut er quasi seine Strukturen aus und wir haben eben verhältnismäßig

26:27

Gideon Wetzel: viele Stützpunkte mittlerweile in Sachsen und das sind auch sehr aktive Stützpunkte.

26:31

Gideon Wetzel: Also besonders in Sachsen haben wir eben in Westsachsen, Ostsachsen, Nordsachsen, Schrägstrich,-Leipzig

26:39

Gideon Wetzel: und Vogtland jeweils ein Stützpunkt.

26:43

Gideon Wetzel: Und gerade Westsachsen und Vogtland sind sehr aktiv.

26:47

Gideon Wetzel: Und in jüngster Zeit hat sich eben auch gerade im Bereich Ostsachsen

26:51

Gideon Wetzel: im Raum Bautzen nochmal so ein Personenkreis rausgebildet, der vor allen Dingen

26:57

Gideon Wetzel: für die Online-Mobilisierung sehr stark involviert ist.

27:02

Gideon Wetzel: Und da gab es diverse Zuzüge.

27:05

Gideon Wetzel: Also, da ist zum Beispiel auch so ein Influencer des dritten Weges

27:08

Gideon Wetzel: aus dem Allgäu nach Bautzen gezogen vor ein paar Jahren.

27:12

Gideon Wetzel: Dann konnte man beobachten, dass zum Beispiel auch das deutsche Nationale Rap-Label

27:18

Gideon Wetzel: Neuer Deutscher Standard, kurz NES Records, die ja ihren Sitz im Bautzen

27:22

Gideon Wetzel: haben, auch eher von früher eher so einer IB-Ausrichtung Bewegungsausrichtung, jetzt Richtung

27:28

Gideon Wetzel: dritten Weg sich bewegt haben, ideologisch und auch von Mitgliedern.

27:33

Gideon Wetzel: Und dass da eben auch eine Verschränkung festzustellen ist und da eben

27:38

Gideon Wetzel: auch auf musikalischen Weg Propaganda

27:41

Gideon Wetzel: verbreitet wird.

27:43

Gideon Wetzel: Genau, und prinzipiell kann man ja auch sagen, dass sie in Sachsen

27:47

Gideon Wetzel: eben doch auf ein langjähriges Netzwerk von rechten Organisationen und Strukturen zurückgreifen

27:54

Gideon Wetzel: können und da eben auch Anbindung finden.

27:57

Gideon Wetzel: Unter anderem konnte ich auch dann feststellen, dass seit dem Beitritt von

28:02

Gideon Wetzel: zwei sächsischen Stützpunkten auch zum Beispiel auf der Webseite viel mehr Beiträge

28:08

Gideon Wetzel: geschrieben wurden.

28:08

Gideon Wetzel: Also da ist auch eine gewisse höhere Aktivität feststellbar gewesen, als dann

28:12

Gideon Wetzel: Sachsen auch dabei

28:14

war.

28:16

Una Titz: Okay, mich würde jetzt noch ganz kurz, bevor wir dann den Blick

28:19

Una Titz: zum digitalen, zur Ihrer digitalen Strategiewenden interessieren, wie du die Programmatik beschreiben

28:26

Una Titz: würdest. Und in deinem Artikel beschreibst du halt auch den Begriff des

28:31

Una Titz: deutschen Sozialismus.

28:33

Una Titz: Vielleicht noch kurz darüber.

28:36

Gideon Wetzel: Ja, ideologisch.

28:39

Gideon Wetzel: Der Name dritter Weg kommt auch nicht von ungefähr.

28:41

Gideon Wetzel: Das bezieht sich eigentlich auch schon auf so ein

28:46

Gideon Wetzel: lange Fehde in der Rechten, wie man sich dann jetzt weiterentwickelt, und

28:52

Gideon Wetzel: das lässt sich halt bis zu Nationalsozialisten in Deutschland zurückverfolgen.

28:55

Gideon Wetzel: Da gab es den sogenannten Strasserflügel oder auch Schwarze Front genannt, die

29:00

Gideon Wetzel: eben eher in so eine sozialere Richtung sich ausgebildet hatten.

29:06

Gideon Wetzel: Und quasi als der dritte Weg, quasi als Mittelweg zwischen Kapitalismus und

29:13

Gideon Wetzel: Kommunismus bzw.

29:14

Gideon Wetzel: Sozialismus, weil das quasi schon zwei

29:18

Gideon Wetzel: Richtungen sind, die quasi nicht funktioniert haben, dann jetzt quasi als dritten

29:23

Gideon Wetzel: Weg dieser neue Versuch, da so einen Hybrid quasi auf die auf

29:27

Gideon Wetzel: den Weg zu bringen.

29:28

Gideon Wetzel: Und der dritte Weg bezieht sich da eben auf den sogenannten deutschen

29:32

Gideon Wetzel: Sozialismus. Das muss man aber mit Vorsicht genießen, weil es eben jetzt

29:36

Gideon Wetzel: nicht in dem Sinne sozialistisch im Sinne von Klassenkampf gemeint ist.

29:41

Gideon Wetzel: Also es bezieht sich eben nicht auf eine gemeinsame Klasse, sondern eben

29:45

Gideon Wetzel: auf einen gemeinsamen Volkskörper, den deutschen Volkskörper.

29:49

Gideon Wetzel: Es gab jetzt zum Beispiel letztens auch so einen Clip vom dritten

29:52

Gideon Wetzel: Weg, wo Matthias Fischer so vor der Demo her läuft und gefragt

29:56

Gideon Wetzel: wird, warum sie denn gegen Klassenkampf sind.

29:58

Gideon Wetzel: Und dann sagt der Klassenkampf, das spaltet nur.

30:01

Gideon Wetzel: Wir müssen als Deutsch zusammenstehen und genau deswegen sind wir gegen Klassenkampf,

30:06

Gideon Wetzel: was ja eigentlich so einem sozialistischen Gedanken auch entgegensteht.

30:11

Gideon Wetzel: Und im Prinzip wollen sie am Ende eben auch ein autoritäres System

30:15

Gideon Wetzel: erschaffen. Also, da ist eben auch nicht gemeint, dass man eine freie

30:18

Gideon Wetzel: Gesellschaft möchte, sondern das bettet sich eben in so eine gesamte Verschwörungstheorie

30:25

Gideon Wetzel: ein, an die auch der dritte Weg immer wieder anknüpft, also der

30:30

Gideon Wetzel: sogenannte Great Reset, wo ja viele verschiedene Verschwörungen sich einbinden lassen.

30:35

Gideon Wetzel: Unter anderem eben der große Austausch, dass eben Eliten, womit in dem

30:41

Gideon Wetzel: Fall auch immer eigentlich Juden, Jüdinnen, Zionisten gemeint sind, dass diese Flüchtlingstrüme

30:47

Gideon Wetzel: gezielt gesteuert sind, um eben den deutschen Volkskörper zu zerstören, dass queerness

30:52

Gideon Wetzel: eine Propaganda ist, um den deutschen Volkskörper zu zerstören, Drogen gezielt eingesetzt

30:59

Gideon Wetzel: werden und das soll eben alles unterbunden werden und dagegen soll sich

31:04

Gideon Wetzel: gewehrt werden.

31:05

Gideon Wetzel: Es wird eben auch mal mit so einer Tag-X-Rhetorik agiert und genau

31:10

Gideon Wetzel: sie bezeichnet sich ja eben auch als nationalrevolutionär.

31:13

Gideon Wetzel: Also diese revolutionäre Komponente spielt auch immer mit.

31:16

Gideon Wetzel: Was zum Beispiel auch noch ein Punkt ist, ist, dass man sich

31:18

Gideon Wetzel: eben auch für Umweltschutz einsetzt, aber da wird eben auch eher auf

31:22

Gideon Wetzel: so eine Put- und Boden-Rhetorik gesetzt.

31:25

Gideon Wetzel: Es geht im Endeffekt darum, den deutschen Volkskörper zu zerstören und alle

31:28

Gideon Wetzel: Einflüsse, die dafür verantwortlich sind, zu unterbinden.

31:31

Gideon Wetzel: Und so werden quasi so linke Ideale umgedeutet in so eine rassisch-völkische

31:38

Gideon Wetzel: Ideologie,

31:41

Una Titz: nun hast du dir in dem Artikel auch viele Gedanken gemacht.

31:45

Una Titz: Zu der Online-Präsenz, beziehungsweise, die auch Analy.siert Was macht sie denn so

31:49

Una Titz: besonders?

31:51

Gideon Wetzel: Genau, also ich hatte mir die letzten ein, zwei Jahren, also24,25, waren

31:57

Gideon Wetzel: ja vor allem auch die Mobilisierung gegen die CSD, vor allem auch

31:59

Gideon Wetzel: in Sachsen.

32:00

Gideon Wetzel: Da hat mir uns das angeschaut, zum Beispiel auch auf TikTok, und

32:06

Gideon Wetzel: haben da eben vermehrt, unter anderem auch vom JN, aber eben auch

32:11

Gideon Wetzel: dann zunehmend vom dritten Weg oder der Jugendorganisation Nationalrevolutionäre Jugend so Jugendtypische

32:18

Gideon Wetzel: Clips gesehen, wo sie eben

32:22

Gideon Wetzel: bestimmte Trends verfolgen, Influencer ins Feld führen und mit so gewissen Formaten

32:28

Gideon Wetzel: wie Talking Head, Hot Take, also wo dann immer so provokante Meinungen

32:33

Gideon Wetzel: eingespielt werden, und auch mit der Nutzung von trennenden Sounds versuchen eben

32:39

Gideon Wetzel: Jugendliche zu erreichen und eben auch den Algorithmus für sich auszunutzen.

32:45

Gideon Wetzel: Und das ist zum einen eben diese Außenkommunikation.

32:49

Gideon Wetzel: Dann gibt es auch Auftritte auf Instagram, da ist es aber eher,

32:53

Gideon Wetzel: kann man das eher so sehen, dass es Einzelpersonen sind.

32:57

Gideon Wetzel: Weil sie natürlich auch immer gucken müssen, dass sie eben von den

33:00

Gideon Wetzel: Plattformen nicht gesperrt werden.

33:02

Gideon Wetzel: Und da eben auch mit Dog-Whistles, Code, Chiffrierungenarbeit, mit Emojis, Umwegskommunikation

33:10

Gideon Wetzel: und dann eher durch so Andeutungen sieht man eben die Partei, also

33:14

Gideon Wetzel: zum Beispiel wird viel Parteikleidung getragen in diesen Videos.

33:17

Gideon Wetzel: Genau, dann haben wir gleichzeitig aber eben auch noch eine Doppelstrategie.

33:23

Gideon Wetzel: Also auf einem analogen Weg werden Aufkleber, Flugblätter verteilt.

33:28

Gideon Wetzel: Das wird wiederum aber

33:30

Gideon Wetzel: auch wiederum genutzt für Propagandazwecke.

33:33

Gideon Wetzel: Das wird alles sehr fein dokumentiert und wieder verfilmt oder in Sharepics

33:39

Gideon Wetzel: verwendet, um darüber eben Reichweite zu generieren und auf diesen Flyern und

33:45

Gideon Wetzel: Stickern oder auch auf den Transparenten auf den Demonstrationen wird eben immer

33:49

Gideon Wetzel: auf die eigenen Telegram-Kanäle und auch auf die Webseite verwiesen.

33:55

Gideon Wetzel: Das heißt, man hat eigentlich wieder diesen Funnel von diesen öffentlichen Plattformen,

33:59

Gideon Wetzel: wo eben auch Plattformenlogiken ausgenutzt werden, wird eben zu wieder so geschlossenen

34:05

Gideon Wetzel: Communities verwiesen, wo ich dann eben am Ende bei Telegram gelandet bin

34:09

Gideon Wetzel: und da hatten wir ja schon unsere Tools eigentlich, um so Netzwerke

34:13

Gideon Wetzel: zu analysieren.

34:14

Gideon Wetzel: Ich habe also dann auf Telegram versucht, durch Snowball Sampling das Netzwerk

34:20

Gideon Wetzel: des dritten Weges ausfindig zu machen und ein Netzwerkdiagramm auch mal zu

34:25

Gideon Wetzel: erstellen und zu schauen, wie ist das aufgezogen.

34:27

Gideon Wetzel: Es gab auch schon mal eine andere Untersuchung, wo festgestellt wurde, dass

34:29

Gideon Wetzel: die auf Telegram relativ isoliert auch sind, also wenig von anderen Gruppenparteien

34:34

Gideon Wetzel: und so weiter teilen.

34:37

Gideon Wetzel: Und dann dachte ich, ach schön, jetzt habe ich ja diese ganzen

34:39

Gideon Wetzel: Gruppen und Kanäle.

34:41

Gideon Wetzel: Ich kann mir ja mal inhaltlich anschauen, wie sie da aufgestellt sind

34:46

Gideon Wetzel: und habe dann aber festgestellt, dass die Texte eigentlich hauptsächlich aus dem

34:50

Gideon Wetzel: Hauptkanal weitergeleitet werden und die Texte im Hauptkanal wiederum eigentlich nur so

34:54

Gideon Wetzel: Teaser-Texte sind, die dann eben auf die Webseite verweisen.

34:57

Gideon Wetzel: Und die vollen Texte sind eben auf der Webseite, was eben ausdrückt,

35:01

Gideon Wetzel: man hat hier einerseits eben dieses hierarchische System, was eben so eine

35:06

Gideon Wetzel: Kaderstruktur eben noch ausmacht, und wir haben aber auch eine Art Schutz

35:11

Gideon Wetzel: dieser Texte.

35:12

Gideon Wetzel: Also selbst wenn Telegram irgendwann mal doch restriktiver wird, haben die eben

35:18

Gideon Wetzel: ihre ganzen Medien und Texte auf diesem zentralen Server, den sie selber

35:22

Gideon Wetzel: hosten, als Archiv und sind eben dann vor Löschungen und so geschützt.

35:27

Gideon Wetzel: Und wir haben also haben ja eigentlich einen schönen Trichter wieder von

35:31

Gideon Wetzel: über TikTok, Instagram, über Telegram dann eben auf diese Webseite verwiesen.

35:36

Gideon Wetzel: Und dann konnte ich eben feststellen, ich habe dann letztendlich diese Webseite

35:39

Gideon Wetzel: noch gescrapt und konnte feststellen, dass sie einfach18.000 oder über18.000 Artikel seit2013,14

35:48

Gideon Wetzel: da schon haben und konnte dann damit eben ein Topic-Modeling anstellen und

35:52

Gideon Wetzel: schauen, wie sie sich inhaltlich thematisch auch im Laufe der Zeit so

35:57

Gideon Wetzel: entwickelt haben, welche Themen da treibend waren und wie die Strategie sich

36:02

Gideon Wetzel: daran auch ableiten lässt.

36:06

Una Titz: Da habe ich10.000 Nachfragen, aber das

36:10

Una Titz: ist so jedes Mal, wenn ich euch beiden begegne, merke ich, dass

36:14

Una Titz: ich in ein riesiges Rabbit Hole mit euch thematisch reinfallen kann.

36:20

Una Titz: Ich möchte aber nochmal ganz stark für den nächsten Digital Report auch

36:26

Una Titz: werben und natürlich sollten unsere Hörerinnen auch vielleicht zum Heft greifen.

36:32

Una Titz: Johannes Gideon, habt ihr ein paar Infos?

36:35

Una Titz: Ab wann und wo gibt es den nächsten

36:39

Dr. Johannes Kiess: Digitalreport?

36:42

Dr. Johannes Kiess: Ja, unseren Digitalreport, da könnt ihr die Beiträge tatsächlich schon online auf

36:47

Dr. Johannes Kiess: unserem Blog, auf unserer Homepage www.fb.de anschauen, lesen und parallel

36:54

Dr. Johannes Kiess: zu diesem Podcast hier wird das Heft auch erscheinen als PDF und

36:58

Dr. Johannes Kiess: auch als gedruckte Version, dass man sich bei uns abholen kann oder

37:02

Dr. Johannes Kiess: eben als PDF runterladen kann.

37:05

Una Titz: Vielen, vielen Dank euch und da nochmal, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, ein

37:10

Una Titz: ganz starker Appell meinerseits.

37:12

Una Titz: Beschäftigt euch mit der wirklich tollen Arbeit des FB.

37:16

Una Titz: Lest den Digital Report, lest die Policy Paper, and ich bedanke mich

37:22

Una Titz: für eure Zeit und danke, dass ich heute auch dabei sein konnte

37:26

Una Titz: und wünsche allen einen tollen Tag.