In diesem Gespräch mit Gelek Dirk Frettlöh, einem langjährigen Praktizierenden in den Kagyü- und Nyingma-Traditionen des tibetischen Buddhismus und Ausbilder für die Essentielle Psychotherapie, erkunden wir das vielschichtige Verhältnis zwischen kontemplativer Praxis und therapeutischer Arbeit. Seine buddhistische Perspektive und Erfahrung als Therapeut ermöglichen tiefe Einblicke in die Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen kontemplativen Techniken und psychotherapeutischen Ansätzen.
Seine langjährige Arbeit mit fortgeschrittenen Meditierenden zeigt deutlich auf, dass spirituelle Praxis und psychologische Heilung unterschiedliche, aber komplementäre Wege darstellen. Besonders bemerkenswert ist die Erkenntnis, dass auch Menschen mit jahrzehntelanger Meditationserfahrung von therapeutischer Unterstützung profitieren können oder diese sogar dringend benötigen. Dies verdeutlicht, dass beide Ansätze keine Gegensätze darstellen, sondern sich zu einem ganzheitlichen Weg der persönlichen Entwicklung ergänzen können. Im Gespräch untersuchen wir, wie diese beiden Wege sich gegenseitig bereichern und unter welchen Umständen selbst erfahrene Meditierende therapeutische Begleitung als wertvoll oder notwendig erfahren können.